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Das Schlingrippengewölbe in der Dresdner Schlosskapelle ist neu entstanden

Die Schlosskapelle hat ihr Schlingrippengewölbe zurückerhalten. Seit Fertigstellung des Gewölbeeinbaues kann die ehemalige Schlosskapelle seit 11.09.2013 wieder interimistisch für Veranstaltungen genutzt werden.

  • Foto: SIBFoto: SIB
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  • Foto: SMF, Setzen des Schlusssteins durch Finanzminister UnlandFoto: SMF, Setzen des Schlusssteins durch Finanzminister Unland

Durch das historische Schlingrippengewölbe wurde die ursprüngliche Raumstruktur der ehemaligen Kapelle wieder hergestellt. Der Einbau des Gewölbes geht auf spätgotische Wölbtechniken zurück. Bisher war es noch niemandem gelungen, mit Ziegeln und doppeltgekrümmten Sandsteinrippen nach traditioneller Technik ein mittelalterliches Gewölbe von Grund auf neu zu bauen. 400 Jahre führte diese Gewölbetechnik einen Dornröschenschlaf. Dresdner Architekten, Forschern und Bauleuten ist es nun zum ersten Mal gelungen, die mittelalterliche Technik des Schlingrippengewölbes wieder zu beleben. Da das Wissen damals kaum dokumentiert und eher mündlich überliefert wurde, lagen kaum Aufzeichnungen vor.

Die Wiederbelebung der handwerklichen Fähigkeiten stellt einen weltweit einmaligen Prozess dar. Vergleichbare Vorhaben sind nicht bekannt.

Für den Wiederaufbau konnte ein Team von Planern, Wissenschaftlern und Baupraktikern das Geheimnis der Bauhütten ergründen. Durch die Verbindung modernster Computertechnik mit traditioneller Handwerkskunst ist „Denkmalpflege made in Saxony“ zu einem echten Exportschlager geworden. Das selbst erarbeitete Know-how sächsischer Firmen wird über die Grenzen des Freistaates hinaus in ganz Deutschland und Europa zunehmend nachgefragt.

Dazu wurde in der Schlosskapelle ein Probejoch errichtet. Der gesamte Prozess durchlief daran. Mit besonders gebrannten Ziegeln und einem Mörtel nach ursprünglichem Vorbild wurde bogenförmig und ohne unterstützende Schalung gemauert. Nach dem Austrocknen erfolgte der Belastungstest. Dieser wurde im September 2011 abgeschlossen. Nachdem das Ergebnis positiv war, konnte mit dem eigentlichen Gewölbeeinbau begonnen werden.

Mit der Planung der Baumaßnahme wurde 2008 begonnen. Jahrelange Recherchen, wie das Gewölbe ausgesehen haben muss, waren dem vorausgegangen. Der Baubeginn im Februar 2010 stand im Zusammenhang mit dem Planungsfortschritt des darüberliegenden Paradegeschosses. Der dort befindliche Propositionssaal lässt sich erst dann museal ausbauen, wenn die Gewölbe der Kapelle wieder errichtet sind.

Seir Abschluss der Arbeiten wird der Proportionssaal zunächst interimistisch für Ausstellungen der SKD genutzt.

Die Schlosskapelle soll nach vollständigem Ausbau unter Einbeziehung der vorhandenen Infrastruktureinrichtungen als multifunktioneller Veranstaltungsraum genutzt werden. Wann der Ausbau beginnt bzw. abgeschlossen sein wird, kann derzeit nicht vorausgesagt werden, da der Ausbau zugunsten anderer Maßnahmen im Schloss zurückgestellt ist.

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